Lehrbuch der Hebammenkunst, Dr Bernhard Sigmund Schultze, 1864

Lehrbuch der Hebammenkunst

Dr Bernhard Sigmund Schultze (1827-1919)
Professor der Geburtshülfe, Director der Entbindungsanstalt und der Hebammenschule zu Jena, 2. Auflage, Verlag von Wilhelm Engelmann, Leipzig, 1864

Inhalt

An meine Collegen.

Einleitung (§ 1-10)

Erster Theil. Vorkenntnisse (§ 11-64)
Vom menschlichen Körper überhaupt
Vom Körper des Kindes
Vom weiblichen Becken
Von dem Bau und der Lage der weiblichen Geschlechtstheile
Von den Verrichtungen der weiblichen Geschlechtstheile

Zweiter Theil. Von der regelmäßigen Schwangerschaft (§ 65-144)
Entstehung und Dauer der Schwangerschaft
Entwicklung des Eies, der Frucht und der Gebärmutter in den ersten zwölf Wochen der Schwangerschaft
Weitere Entwickluing der Frucht bis zur Reife
Das reife Ei
Die schwangere Gebärmutter
Die Lage der Frucht in der Gebärmutter
Die geburtshülfliche Untersuchung
Die Erkennung der Schwangerschaft, die Schwangerschaftszeichen
Die Zeichen der ersten und der wiederholten Schwangerschaft
Die Zeitrechnung der Schwangerschaft
Wie Schwangere leben sollen

Dritter Theil. Von der regelmäßigen Geburt (§ 145-230)
Von den austreibenden Kräften, von den Geburtswehen und der Dauer der Geburt
Von der Art und Weise, wie das Kind dirch das Becken geht, vom Geburtsmechanismus
Wie Gebärende sich verhalten sollen und was die Hebamme bei der regelmäßigen Geburt zu thun hat

Vierter Theil. Von der regelmäßigen Wochenzeit und Säugezeit (§ 231-272)
Die regelmäßigen Vorgänge bei der Mutter
Die regelmäßigen Vorgänge beim  Kinde
Die Pflege der Mutter und des Kindes

Fünfter Theil. Abweichungen von der Regel im Verlauf der Schwangerschaft (§ 273-333)
Regelwidrige Lage des Kindes
Von der mehrfachen Schwangerschaft
Von der Schwangerschaft außerhalb der Gebärmutter
Vom Erbrechen, Durchfall und der Stuhlverstopfung und von den Brüchen bei Schwangeren
Von den Beschwerden beim Harnlassen und von den Lageabweichungen der Gebärmutter bei Schwangeren
Von den Blutaderknoten und andern krankhaften Anschwellungen bei Schwanderen
Schleim- und Wasserausfluß aus den Geschlechtstheilen Schwangerer
Von den Blutungen, insbesondere von den Gebärmutterblutungen Schwangerer und von der vorzeitigen Unterbrechung der Schwangerschaft (Fehlgeburt, Frühgeburt)
Vom Tod der Frucht während der Schwangerschaft
Ohnmacht, Scheintod und Tod der Schwangeren

Sechster Theil. Abweichungen von der Regel im Verlauf der Geburt (§ 334-490)
Die Geburt bei regelwidriger Stellung des mit dem Kopf vorliegenden Kindes
Die Geburt bei regelwidriger Haltung des mit dem Kopf vorliegenden Kindes
Die Geburt bei regelwidriger Lage des Kindes. 1. Beckenendlage
Die Geburt bei regelwidriger Lage des Kindes. 2. Schief- und Querlagen
Die Geburt mehrerer Kinder
Die Geburt bei regelwidriger Größe und Gestalt des Kindes
Die Geburt bei regelwidriger Beschaffenheit des Beckens
Regelwidrige Wehen
Fehler der Weichtheile am und im Becken, Zerreißungen der Geburtswege
Regelwidriges Verhalten des Fruchtwassers und der Eihäute
Regelwidriges Verhalten der Nabelschnur
Schwäche und Krankheit der Gebärenden, Erbrechen, Ohnmachten, Krämpfe
Blutungen während der Eröffnungsperiode und während der Austreibung des Kindes
Scheintod und Tod der Gebärenden
Tod des Kindes in der Geburt. Scheintod des Neugeborenen
Störungen in der Nachgeburtszeit

Siebenter Theil. Von den Störungen der Wochenzeit und des Säugens (§ 491-534)
Erkrankungen an den Geschlechtstheilen und Allgemein-Erkrankungen der Wöchnerin
Störungen des Säugegeschäfts, Ammenhalten, künstliche Ernährung des Kindes und Störungen der Verdauung bei demselben
Von einigen anderen Erkrankungen des Säuglings

Anhang.
Wie sich die Pflichten der Hebamme zu einander verhalten
Von der Anwendung der Heilmittel
Von dem Verfahren der Hebamme bei plötzlichen Unglücksfällen
Von den Pflichten der Hebamme für das Gemeinwohl und ihren Beziehungen zu den Behörden

Register.

Die Gerätschaften, welche die Hebamme zu jeder Geburt mitnehmen muß, sind:
1) die Klystirspritze;
2) die Nabelschnurscheere;
3) mehrere Nabelschnurbändchen;
4) eine Büchse mit reinem Oel oder anderem Fett;
5) zwei Badeschwämme.
Diese 5 Dinge werden in jedem Fall gebraucht. Da die Hebamme nie mit Sicherheit weiß, ob die Geburt regelmäßig sein wird, muß sie ferner jedesmal mitnehmen:
6) den Katheter;
7) das Mutterrohr mit dem einmal durchbohrten und dem mehrmal durchbohrten Kopf;
8) ein Fläschchen mit Salmiakgeist und ein Fläschchen mit Aether.
Gut ist es auch, wenn die Hebamme einen keilförmigen Kissenüberzug mit sich führt. Derselbe kann schnell mit Stroh oder Heu ausgestopft werden. Ein solches Kissen bei der Hand zu haben, ist oft sehr wertvoll, namentlich wenn der Geburtshelfer eine Operation unternehmen und dazu das sogenannte Querbett hergerichtet werden muß. Auch ein Paar Ellen Wachsleinwand oder Gummizeug führe die Hebamme bei sich; gerade bei armen Leuten, wo sie dergleichen nicht vorfindet, ist die Reinhaltung des Lagers doppelt nothwendig, weil zum Wechsel desselben die nöthigsten Dinge fehlen.
All' diese Geräthschaften müssen im Gebärzimmer jedesmal in guter Ordnung bereit gelegt werden. All' diese Geräthschaften müssen auch in der Wohnung der Hebamme an einem bestimmten Ort in gutem Stande stets bereit liegen, damit, wenn die Hebamme zu einer Geburt gerufen wird, sie nichts vergißt und auch durch das Zusammensuchen keine Zeit verloren wird. Wie die Hebamme von einer Geburt nach Hause kommt, muß sie alle Geräthe auf's Sorgfältigste reinigen und in Ordnung legen, als sollte sie sogleich zu einer neuen Geburt gehen.
Das Lehrbuch soll die Hebamme auch zur Geburt mitnehmen, das ist im Fall eines Zweifels ihr der beste Rathgeber, das ist auch die angemessenste Unterhaltung für sie, wenn sie oft Stunden lang der regelmäßigen Geburt zusehen muß. Denn sie soll weder durch übermäßige Geschäftigkeit die Gebärende beunruhigen, noch durch unnützes Geschwätz ihr die Zeit vertreiben; das ist für die Gebärende nicht gut und für die Hebamme nicht schicklich.

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