Davor müsst Ihr Euch in der Schwangerschaft schützen!

Adolph Henke hatte 1832 in seinem "Taschenbuch für Mütter" einige Tipps zum - wie er es nannte - "nöthigen Verhalten der Schwangern in Hinsicht auf das Kind". Mal schauen, was Ihr zu diesen Beispielen sagt. 

"Von dem größten Einfluß auf die Gesundheit der Mutter, und eine glückliche Schwangerschaft ist es, daß die Schwangere alle heftigen Gemüthsbewegungen möglichst vermeide, ihre Leidenschaften und ihre Phantasie beherrsche.
Die heftigsten Affekte: Zorn, Aerger und Schrecken, sind am meisten zu fürchten, weil die dadurch veranlaßten gewaltsamen Erschütterungen des Nervensystems oft unmittelbar die gefährlichsten Zufälle, Krämpfe, Zuckungen, Ohnmachten, bedeutende Blutungen und Fehlgeburten zur Folge haben. Langsamer, aber gleichfalls höchst schädlich, wirken Gram, Kummer, Neid, Eifersucht, und stiller fortdauernder Aerger. Selbst die angenehmen Affekte, Freude und freudige Ueberraschung, können bei Schwangern mit sehr empfindlichen Nerven nachtheilig werden."

Okay, hab ich das richtig verstanden? Schwangere sollen emotionslose Zombies sein, um ihr Kind nicht zu schädigen? Das dürfte ein klein wenig schwierig werden.

Zum Glück ist die nächste Empfehlung heutzutage um so leichter umzusetzen.

"Indessen ist es immer sehr zu empfehlen, daß jede Schwangere einerseits ihre Phantasie zu beherrschen suche, und die unnöthige Furcht vor Spinnen, oder anderen Thieren, vor Gespenstern, Krüppeln und ungestalteten Menschen ablege, auf der andern Seite aber auch die Gelegenheiten, wo ihre Einbildungskraft heftig erschüttert werden kann, vermeide. Das Zugegenseyn bei öffentlichen Aufzügen und Scenen der Art (Hinrichtungen, Thierhetzen, Trauerspiele, manche Opern, u.s.f.), ist daher eben so unanständig als gefährlich. Es kommt dazu die Gefahr, im Gedränge beschädigt zu werden, oder die durch viele Menschen verdorbene Luft einathmen zu müssen, wie z.B. in sehr mit Menschen angefüllten Schauspielhäusern und Kirchen."

Das krieg ich hin!

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