Die schönsten Zitate

Auf meiner Facebook-Seite Geschichte der Säuglingspflege poste ich regelmäßig Zitate aus historischen Erziehungsratgebern und Lehrbüchern. Einige dieser Zitate erweisen sich als besonders beliebt. Sie bekommen haufenweise "Likes" und werden viel geteilt. Natürlich verschwinden sie dennoch bald wieder in den Untiefen von Facebook. Grund genug, sie einmal hier zu sammeln.

Viel Spaß beim Lesen!

Sicheres Co-sleeping, 1892

Da das Kind noch nicht so viel Wärme bilden kann, wie es verliert, so muss ihm solche zugeführt werden. Es kann dies auf verschiedene Art geschehen. Zuerst dadurch, dass die Mutter oder die Amme das Kind zu sich ins Bett nimmt. Hiergegen ist namentlich die Gefahr des Erdrücktwerdens geltend gemacht worden; sie ist aber, namentlich da, wo es die eigene Mutter ist, welche den Säugling zu sich nimmt, nicht gross. Wenn man auf die Menge der Kinder hinweist, welche angeblich in England erdrückt werden, so muss man fragen, ob wirklich alle von einer Schlafenden erdrückt sind, und zweitens muss man die Trunksucht der Mütter und Ammen, dann aber auch die Erschöpfung und Uebermüdung mancher Mütter durch schwere Tagesarbeit in Betracht ziehen.

"Wie behütet man Leben und Gesundheit seiner Kinder?", Dr. Ernst Brücke, 1892

Tragetücher in der Slovakei, 1892

Das Kind ist horizontal oder fast horizontal, mit dem Kopfe etwas höher, zu legen und auch so zu tragen; das frühe Aufrichten, namentlich anhaltendes, ist zu vermeiden, weil die noch schwache Wirbelsäule leiden könnte. Freilich tragen die Slovakenweiber ihre kleinen Kinder in aufrechter Stellung auf dem Rücken, und dieselben behalten doch ihre geraden Glieder; aber sie sind nicht frei aufgerichtet, sondern ruhen vorne auf dem Rücken der Mutter, und hinten hält sie das Tragetuch, so dass ihr ganzer Körper gestützt ist.

"Wie behütet man Leben und Gesundheit seiner Kinder?", Dr. Ernst Brücke, 1892

Gegen den "Gehfrei", 1895

In der Kinderstube wird das Gehen den Kindern mit unsäglicher Mühe früher beigebracht, als ihnen wegen des Knochenwachsthums zuträglich sein kann. Die Kinderlaufstühle und Gehkörbe, solche verfrühten Übungen begünstigend, sind verwerfliche Vorrichtungen, weil sie die Krummbeinigkeit verursachen helfen. Das Kriechen, die natürliche Vorschule des Gehens, wird nur zu häufig dem Kinde nicht gestattet, obwohl es zu seiner geistigen Ausbildung mächtig beiträgt. Denn die Freiheit, sich zu einem begehrten Gegenstande hinzubegeben, ihn zu besehen und zu betasten, hat das kriechende Kind weit früher, als das nur mit Unterstützung den Ort ändernde. Nur Vorurtheile, sogar Aberglaube, lassen in vielen Familien die Mütter den Kindern, ehe sie stehen können, das Kriechen verbieten, wenn nicht die eigene Bequemlichkeit, die Abneigung, das sich frei bewegende Kind zu bewachen, das ungerechtfertige Verbot veranlasst. Für die normale geistige Entwicklung des noch nicht einjährigen Kindes kann es nicht gleichgültig sein, ob es auf Stunden in einen Korb gepackt, in Tücher eingewickelt, an einen Stuhl gebunden wird, oder ob man ihm gestattet, frei auf einer Decke umherzukriechen, im Sommer im Freien, im Winter in der mässig geheizten Stube.

"Die Seele des Kindes", William Preyer, 1895

Legt das Neugeborene zur Mutter ins Bett! 1842

Nach meiner Ueberzeugung entspricht es dem Willen der Natur, wenn das neugeborne Kind die ersten Tage nach der Entbindung neben seiner gesunden Mutter im Bette hinbringt und von derselben erwärmt wird: denn alle andere Wärme leistet ihm nicht das, was ihm die Wärme seiner Mutter gewährt, die bei dem rechten Befinden derselben nie vom rechten Grade abweicht.

"Belehrungen über die von Schwangern Gebährenden und Wöchnerinnen zu befolgenden Lebensregeln", Dr. Johann Christian Gottfried Jörg, 1842

Wirklich! Legt das Neugeborene zur Mutter ins Bett! 1798

Es liegt wirklich etwas sehr Unnatürliches in der Gewohnheit, ein neugeborenes Kind gleich nach der Geburt, abgesondert und sich selbst überlassen, in sein eignes Bett zu legen, und zu verlangen, daß es nun, gleich einem vollkommnen Menschen (der es noch nicht ist) die Kraft haben soll, für sich allein zu leben. Jedermann weiß, daß die Natur keine Sprünge liebt; und dennoch nöthigen wie sie hier gewöhnlich zu einem der größten und gefährlichsten. Hier vorzüglich sollte uns die successive Absonderung ein heiliges unverletzliches Gesetz seyn. Jedes Thier bleibt nach der Geburt noch innigst an seine Mutter geschmiegt, und in ihrer, ihm so lange gewöhnlichen Atmosphäre. Auch bey armen, geringen, bey allen wilden Naturmenschen, genießt das Kind dieses so natürliche Vorrecht. Nur in den vornehmern Ständen, in den Regionen der erkünstelten und unnatürlichen Lebensweise, versündigt man sich an diesem heiligen Naturgesetze.

"Bemerkungen über die natürlichen und inoculirten Blattern, verschiedene Kinderkrankheiten, und sowohl medizinische als diätetische Behandlung der Kinder", Christoph Wilhelm Hufeland, 1798

Stillen rettet Leben, 1908

Während der Belagerung von Paris im Jahre 1870/71 waren die Frauen wegen Mangels an Kuhmilch gezwungen, ihre Kinder selbst zu ernähren. Die Folge war, daß trotz der sehr ungünstigen sonstigen Verhältnisse die Säuglingssterblichkeit von 33% auf 17% sank.

"Die sozialen Ursachen der Säuglingssterblichkeit", Gustav Temme, 1908

Kinder sollen Kinder sein, 1917

Je mehr der kleine Mensch als Wildling, von keiner gewaltsamen Bildungsdressur gequält, dahinlebt, desto besser für ihn. Es kommt noch früh genug - viel zu früh! - die Zeit, in der auch er aus seinem schönen Traum erwachen und sich in die häßliche Wirklichkeit hineinfinden muß. Darum desto besser für ihn, je länger der Schlaf dauert, in dem sein Körper und sein Geist brach liegen und in aller Ruhe die nötigen Kräfte einsaugen können für das große Werk, das ihnen noch bevorsteht, die künstliche Aussaat. Der kluge Bauer spannt auch nie das Kälbchen zur Arbeit ein, und ein altes Volkssprichwort sagt, daß Kinder, die früh laufen, krumme Beine bekommen. Das Sprichwort gilt auch für Kinder, die - geistig früh laufen.

"Vernünftige und unvernünftige Mütter", Dr. Heinrich Keller, 1917

Eine stillende Mutter ist ein schöner Anblick, 1875

Welch' ein erhabenes, heiliges Lebensbild ist der Anblick einer ihr Kind stillenden Mutter! Hätte wohl jemals der Gatte, selbst wenn er zu den rohen, gutgearteten Naturmenschen gehören sollte, den sittlich schönen Eindruck nicht empfunden oder aus seiner Erinnerung verloren, der sein Gemüth erhob, als er sein Weib mit dem Säuglinge an der lebendige Nahrung spendenden Brust erblickte? Muß dieses Bild einer glücklichen Mutter in Ausübung ihrer süßesten Naturpflicht nicht harmonisch und liebreich durch das ganze Familienleben strahlen, den Gatten an die Würde der Mutter mahnen, die einst erwachsenen Kinder inniger an das Herz knüpfen, welches sein Leben und seine Liebe in die erste lebenswarme Nahrung ergoß!

"Die Mutter", Hermann Klencke, 1875

Geburtsbegleitung, 1891

Während des Geburtsaktes soll sich niemand als die zum Beistand unumgänglich notwendigen Personen im Zimmer aufhalten. Oft ziehen sogar mutige, mit dem Gang der Dinge bereits vertraute Frauen vor, sich mit der Hebamme allein zu befinden. Jedenfalls soll nur noch eine weibliche Person, eine Mutter, Schwester, Freundin oder die Wärterin zu kleineren Diensten und Handleistungen der Hebamme zur Seite stehen. Dagegen wünschen die meisten Frauen, den Gatten neben sich zu wissen, dessen liebevolle Worte der Leidenen Trost und Geduld zusprechen, dessen zärtlicher Händedruck ihren Mut erneut, aus dessen treuem Auge sie sich schon den Dank liest für das Kind, das sie ihm jetzt schenken wird.

"Das Buch der Mütter", Marie Susanne Kübler, 1891

Muuuuh! 1907

Das Wiederauftreten von Schwangerschaft spricht nicht gegen die Weiterdarreichung der Brust. Das Kind gedeiht trotzdem gut und man sieht oft, daß die Säugungsperiode des zurzeit trinkenden Kindes übergeht in die des neuen Erdenbürgers, ja daß die Mutter unter Umständen beide Kinder gleichzeitig nährt. Bei den Kühen ist es ja ähnlich.

"Der Säugling - seine Ernährung und seine Pflege", Dr. Walther Kaupe, 1907

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