header photo Traditionelle Badezusätze

Bäder dienen seit jeher der Reinigung, der Pflege und der Heilung. Die Art und Weise, wie wir unsere Babys baden, hat sich im Laufe der Jahre gewandelt. Noch vor vierzig Jahren waren tägliche Laugenbäder üblich. Heute geht der Trend wieder zu seltenerem Baden und natürlichen Badezusätzen.

Heinrich Felix Paulitzky sah Bäder 1798 in erster Linie als Heilmittel an. Für gesunde Menschen empfahl Paulitzky das Baden in reinem Wasser als Prävention. Doch für den Krankheitsfall kannte er so einige wohltuende Beisätze. So empfahl er beispielsweise die Verwendung von Heublumen, Milch, Kleien, Aschen oder Salz, je nachdem, was behandelt werden sollte.

"Man gebraucht ganze und halbe Bäder, Fußbäder, und solche entweder warm oder kalt, Dampfbäder, Tropfbäder - Erdbäder, Aschen-, Lohe- und Tresterbäder etc."

Anleitung für Landleute zu einer vernünftigen Gesundheitspflege, Heinrich Felix Paulitzky, 1798

Christoph Wilhelm Hufeland empfahl 1830 hingegen, Babys mindestens ein- bis zweimal pro Woche zu baden, besser täglich. Zur Zeit von Marie Susanne Kübler war das tägliche Bad "so zu sagen zu einem Gesetze der Kinderstube geworden" (1891). Typische Badezeit war Vormittags, da dann für die Bereitung des Mittagessens sowieso schon Feuer brannte und man nebenbei noch das Badewasser erhitzen konnte.

"Ist man mit dem Waschen fertig, so gebe man dem kleinen Körper noch einige Bewegung im Wasser, bis das Bad etwa 10 und später 15 Minuten gedauert hat."

Das Buch der Mütter, Marie Susanne Kübler, 1891

Was die Badezusätze für die tägliche Pflege betrifft, beruft Kübler sich auf die bewährten Empfehlungen von Hufeland. Sie schreibt:

"Das beste Wasser zu Bädern ist Regen- oder Flußwasser. Ist man auf Brunnenwasser beschränkt, so rät Hufeland, einen Teil desselben mit 8 Gramm Seife und 1-2 Kilo Weizenkleie abzukochen und mit dem kalten Wasser zu vermischen, bis das Bad den gehörigen Wärmegrad hat."

Bei Babys ist natürlich die Pflege von wunder Haut ein besonderes Thema. Gegen Wundsein behandelte man laut Paulitzky mit reinem Wasser oder - falls dies nicht half - mit Bärlappsamen (Hexenmehl genannt). Auch Kübler empfiehlt noch das Hexenmehl. Dieses wird als Puder verwendet. Sie empfiehlt ebenfalls Stärkemehl, Talkerde und Zinkblumen zum Pudern. Puder dürfen nicht zu dick und nicht auf feuchte oder gar nässende Haut aufgetragen werden, da sie sonst verklumpen und einen Nährboden für Keime bilden. Diese traditionellen Behandlungsmethoden sind also eher ungeeignet und werden heute auch nicht mehr verwendet.

Man kann wunde Haut aber schon beim Baden pflegen und das ist lange bekannt. Die bereits von Paulitzky erwähnte Kleie (z.B. Weizenkleie) ist dafür geeignet. Weizenkleie löst sich zwar nicht im Wasser auf, ist aber in der Lage Entzündungsstoffe, Salze und Schmutzpartikel an sich zu binden. Sie wirkt hautberuhigend, pflegt und regeneriert den Säureschutzmantel. Aufpassen muss man natürlich bei Unverträglichkeiten. So ist zum Beispiel bei Zöliakie von dem Kontakt mit Weizen wegen des darin enthaltenen Glutens abzuraten. Schließlich kann man nicht ausschließen, dass unabsichtlich etwas davon verschluckt wird.

Insgesamt sind dies aber Beispiele für Naturheilmethoden, die wirken.

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