Top 10 der nervigen Erziehungssprüche

Top 10 der nervigen Erziehungssprüche!

1. Schläft Dein Baby denn schon durch?
* Nein, es steht nachts auf, um bei uns nach dem Rechten zu sehen.
* Ja, zwischen den Wachphasen schläft es durch.
* Nein und das ist gut so. Zu tiefer Schlaf erhöht die Gefahr des Plötzlichen Kindstods. Das Durchschlafen ist ein Reifungsprozess des Gehirns und kommt irgendwann von ganz allein.

2. Lass das Baby doch mal schreien!
* Gute Idee. Wenn du dich das nächste Mal über etwas beschwerst, dann hör ich auch einfach weg.
* Nein, das ist mir zu laut.
* Wenn ich das mache, riskiere ich, dass sein Urvertrauen zerstört wird. Außerdem fühlt es sich ganz falsch an. Kein Mensch kann sein Baby ungerührt schreien hören und ich denke, dass das einen guten Grund hat. Wir /sollen/ auf Babygeschrei reagieren.

3. Schreien ist gut für die Lungen.
* Ja, ungefähr so gut wie Bluten für die Adern.
* Stimmt, ich sollte auch wieder mehr schreien, wenn mir danach ist. Jetzt zum Beispiel.
* Nein, den Lungen ist das egal. Aber das Gehirn leidet bei wiederholtem absichtlichen Schreienlassen unter dem Stress und kann in seiner Entwicklung gehemmt werden.

4. Du verwöhnst das Kind!
* Na, wen denn sonst?
* Nein, ich verwöhne mich mit einem zufriedenen Kind.
* Im ersten Lebensjahr kann ein Kind nicht verwöhnt werden. Es kann nur die Nähe, Geborgenheit und Aufmerksamkeit bekommen, die es für eine gesunde Entwicklung braucht. Verwöhnt kann es erst später werden und dann mit Süßigkeiten oder Spielzeug, aber sicher nicht mit Aufmerksamkeit und Zuwendung.

5. Das Baby weiß genau, dass Du immer gleich springst, wenn es ruft.
* Weißt Du, mir ist so langweilig zuhause, dass ich immer froh bin, wenn mein Baby mir etwas zu tun gibt.
* Ich spring doch gar nicht! Ich renne.
* Ja! Toll, dass wir schon so ein eingespieltes Team sind, was? Je sicherer es sich fühlt, desto leichter wird es ihm fallen, die Welt auf eigene Faust zu erkunden. Denn es weiß dann ja, wo seine sichere Basis ist.

6. Das Baby kriegt ja gar keine Luft in dem Tragetuch!
* Das Kind ist neun Monate im Bauch ohne Luft ausgekommen, da werden die paar Minuten wohl nix machen.
* Ja, es soll mal Tiefseetaucher werden. Da üben wir schon mal das Luftanhalten.
* Doch, es kriegt genug Luft. Zudem kriegt es noch menschliche Nähe, Training für seine Muskeln und seinen Gleichgewichtssinn, sowie eine gute Aussicht. Außerdem ist Tragen auch einfach wunderschön.

7. Stillst Du etwa schon wieder?
* Ja, Du trinkst doch auch gerade schon wieder einen Kaffee.
* Nein, immer noch.
* Ich stille, wann immer mein Kind das möchte. Das nennt sich Stillen nach Bedarf und es sorgt dafür, dass ich immer genug Milch für mein Kind habe.

8. Hast Du denn noch Milch?
* Nein, mittlerweile kommt Kakao.
* Kann ich nicht sagen. Meine Füllstandanzeige scheint kaputt zu sein.
* Ja, denn die Nachfrage bestimmt das Angebot. Die Brust ist keine Verpackung, die irgendwann einfach leer ist. Die Milch wird auch während der Mahlzeit gebildet und solange das Kind noch trinkt, bekommt es immer wieder frische Milch.

9. Wann gibst Du dem Baby denn mal was richtiges zu essen?
* Heute Abend gibt's ein Steak.
* Sobald es aus meiner Brust kommt.
* Wenn es bereit dafür ist. Die meisten Kinder sind ungefähr mit sechs Monaten bereit für Beikost. Bis dahin reicht Muttermilch bzw. Ersatzmilch vollkommen aus.

10. Das hat Euch auch nicht geschadet.
* Und trotzdem mache ich es bewusst anders als Du!
* "Nicht schaden" reicht mir nicht. "Nützen" ist mir lieber.
* Woher willst Du das wissen? Sicher, wir sind groß geworden und die meisten von uns sind recht intelligent und ziemlich gesund. Letztlich sind es nur Statistiken, die nachweisen können, dass nicht gestillte Kinder häufiger krank sind, dass getragene Kinder eine bessere Motorik haben und dass Kinder, die nie schreien gelassen wurden, weniger unter Verlustängsten leiden. Dennoch kann es eine’n persönlich ganz anders treffen. Das Wichtigste ist doch, dass Eltern nach ihrem besten Wissen und nach ihren persönlichen Möglichkeiten im Interesse ihres Kindes handeln und bereit sind, aus Fehlern zu lernen.

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